Schon Anfang 1991 wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung ein umfangreiches Reform-Gutachten publiziert, das noch von der letzten Bundestagsfraktion der Grünen bestellt worden war: "Entstaatlichung und Veröffentlichung. Die Hochschule als republikanischer Ort. Eine neue Hochschulpolitik: ökologisch, demokratisch und sozial." Die Autoren sind der Präsident der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, Michael Daxner, der ehemalige Kanzler dieser Universität und jetzige Präsident der Universität Hamburg, Jürgen Lüthje, sowie Henning Schrimpf, der damalige Justitiar der Oldenburger Universität. Das Themenfeld des Gutachtens hat inzwischen durch die Einführung erster Modellversuche mit einer partiellen "Finanzautonomie" von Universitäten und Fachhochschulen in einigen Bundesländern und die Weiterführung der öffentlichen Diskussion um "Mehr Wettbewerb und weniger Bürokratie an den Hochschulen" an Aktualität gewonnen.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.