Ausgabe August 1993

Transport im Treibhaus

Verkehrszwänge, Klimaprobleme und Strukturwandel

Eine Begrenzung der ökologischen Risiken der Industriegesellschaft, dies macht das allumfassende "Klimaproblem" deutlich, erfordert eine grundlegende Umsteuerung in wichtigen Kernsektoren ihrer ökonomischen, stofflich- technischen und räumlichen Entwicklung. Auch der Verkehrssektor unterliegt diesem Imperativ, ebenso wie Energiewirtschaft, Landbau, Produzierendes Gewerbe etc. Der Verkehr gibt gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, daß einer solchen Umsteuerung vielfältige Grenzen gesetzt sind: Die raumbezogene Politik hat in großem Umfang mit Komplexität und Dauerhaftigkeit vorhandener Strukturen zu tun, sie zeigt aber auch ein beachtliches Maß an Problemverdrängung, das die Mitverantwortung der Politik an der Krise belegt. Die Anforderungen einer Trendumkehr werden die bisher diskutierten Anpassungen erheblich übersteigen. Auf welche Umsetzungsbedingungen eine "Verkehrswende" trifft und wie sie aus ökologischer und sozialer Perspektive gestaltet sein könnte, soll im folgenden skizziert werden 1).

Eine Realisierung dieser Absichten erfordert nicht nur politische Entscheidungen im engeren Sinne, sondern veränderte Dispositonen von Nachfragern und Anbietern (Unternehmen der Verkehrswirtschaft), die hier ebenfalls diskutiert werden 2).

August 1993

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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