Hat sich die Diskussion in der noch nicht ganz überwundenen Rezession zunächst in erster Linie auf den vermeintlichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft konzentriert, beginnt nun endlich die Betrachtung des Beschäftigungsproblems in den Mittelpunkt zu rücken. Die monatlichen Meldungen über neue Rekordstände der Arbeitslosigkeit lassen bei vielen die Erinnerung an die Endphase der Weimarer Republik wach werden und mahnen zu wirtschaftspolitischer Aktivität -, die Behandlung des Themas Arbeitslosigkeit wird 1994 vermutlich über den Ausgang vieler Wahlen entscheiden. In dieser Situation, deren Hintergrund in quasi allen marktlich organisierten Wirtschaften ähnlich ist, wird händeringend nach Konzepten gefahndet. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn die Betrachtung der US-amerikanischen Entwicklung wieder einmal ins Zentrum rückt; wieder einmal, denn die Diskussion war bereits Mitte der 80er Jahre entflammt 1), dann aber nach der guten Beschäftigungsentwicklung gegen Ende des Jahrzehnts sanft entschlafen. Je nach Wahl des Betrachtungszeitraumes sind in den USA zwischen 15 (1980-1990) und 35 Mio. (1970-1990) neue Arbeitsplätze entstanden, während in der Bundesrepublik und der EU lediglich 3 bzw. 7 Mio. Jobs geschaffen werden konnten.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.