Ausgabe Juli 1994

Um Europas Zukunft

Es geht um Europa. Gemeint ist dabei das Gebiet zwischen Atlantik und Ural, zwischen Eismeer und Mittelmeer, also wirklich Europa, und nicht nur der Teil, der sich angemaßt hat, Europa genannt zu werden. Und doch ist dieser Teil und seine Entwicklung für alles Weitere sehr wichtig, geht doch von ihm die Entscheidung über die weitere Entwicklung aus. Zuerst aber ist es notwendig, sich zu erinnern, wie und warum die Entwicklung bis heute so verlaufen ist. Mit anderen Worten: Wie kam es zur Europäischen Union? Zur Beantwortung dieser Frage legen wir die uns lieb gewordenen Scheuklappen ab, versprechen, nichts zu beschönigen und uns von jeder Propaganda, sei sie nun positiv oder negativ, fernzuhalten.

Entlang der Jalta-Grenzen

Spätestens 1946 war klar, daß die Anti-Hitler-Koalition in kurzer Zeit zerbrechen und entlang der Jalta-Grenzen der neue Konflikt aufbrechen würde. Beide Seiten im Kalten Krieg waren auf Sieg aus. Die Sowjetunion erhoffte nach erfolgreicher Machtübernahme in Osteuropa die Vormachtstellung in ganz Europa; die USA betrieben eine "Rollback"-Politik, um die Sowjetunion aus Europa zu verdrängen.

Juli 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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