Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) versteht sich neben der Weltbank und oft in Konkurrenz zu dieser - als eine Leitinstitution der internationalen Entwicklungspolitik. Im Bewußtsein der Unzulänglichkeiten des üblicherweise benutzten Indikators für den Entwicklungsstand eines Landes das Bruttosozialprodukt pro Kopf der Bevölkerung - berechnet UNDP seit 1990 einen "Index der menschlichen Entwicklung" (IME), dessen Ergebnisse im jährlich erscheinenden Bericht "Human Development Report" veröffentlicht werden. Dieser Index, zusammengesetzt aus Kennziffern für die Lebenserwartung, den Bildungsstand und die Kaufkraft der Durchschnittseinkommen, erlaubte es bislang nur, eine Rangskala von zuletzt 173 Staaten der Welt aufzustellen, von Nr. 1 (Kanada) bis zum Schlußlicht Guinea: Im Zeitablauf konnte lediglich verfolgt werden, ob sich die Situation eines Landes im Verhältnis zu den anderen verändert hat - absolute Verbesserungen oder Verschlechterungen des Standes der menschlichen Entwicklung waren dagegen nicht zu ermitteln. Im jüngsten Bericht für 1994, gewidmet der Vorbereitung des Weltgipfels der sozialen Entwicklung in Kopenhagen im März 1995, wurde nun eine gründliche Neuberechnung des IME vorgestellt, die absolute Vergleiche im Zeitablauf zuläßt.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.