Ausgabe Mai 1995

Eurofighter und kein Ende

Über die Kollision sicherheitspolitischer, rüstungstechnischer und ökonomischer Optionen

Mit dem Verschwinden der alten militärischen Szenarien (und der Entwicklung neuer) ist die Rüstungspolitik in Turbulenzen geraten. In diesem Bereich wird überdeutlich, wie sich die Einflußzonen verschiedener politischer und wirtschaftlicherkräfte überlappen, und zwar auf mehreren Ebenen - mit dem Ergebnis, daß den militärischen Beschaffungsvorhaben der Bundesregierung (vor dem Hintergrund ihre eigenen sicherheitspolitischen Absichten) das Prädikat irrational gebührt. Sicherheits-, industrie-, technologiepolitische Motive kollidieren offenbar mit nationalen und "Standort"-Interessen sowie bündnispolitischen Rücksichtnahmen. Der folgende Beitrag verdeutlicht diese komplexen Zusammenhänge am Fall Jäger 90/Eurofighter. D. Red.

Die bis Ende der 80er Jahre aufgeblähten Rüstungsproduktionskapazitäten sind heute kaum mehr zur Hälfte ausgelastet. 1) Ost und West haben die umfangreiche Kreditierung der Dritten Welt zum Zwecke des Waffenkaufs weitgehend beendet. Die tiefgreifende Krise des Weltwirtschaftssystems hat diesen Abbau von Exportmärkten zusätzlich beschleunigt. Entsprechend lag das globale Rüstungshandelsvolumen 1993 nurmehr bei einem Viertel der Werte Mitte der Achtziger Jahre. 2) Als zahlungsfähige Käufer sind lediglich die Erdöldiktaturen im Nahen und Mittleren Osten sowie ein halbes Dutzend südostasiatische Staaten verblieben.

Mai 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.