Ausgabe November 1996

Das Ende der Sonderkonjunktur Ost

An 25. September 1996 verabschiedete die Bundesregierung ihren zweiten Bericht zur Entwicklung in den neuen Ländern. 1) Vor den Medien strich Wirtschaftsminister Rexrodt die erreichten "großen wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte" ebenso heraus wie die Versicherung, auch künftig werde sich die Wirtschaft in den neuen Ländern, gestützt von umfangreicher öffentlicher Förderung, "relativ günstig" entwickeln. Die "Sonderkonjunktur Ost" sei allerdings zu Ende. Gemeint ist die sich deutlich abzeichnende starke Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums in den neuen Ländern.

Eckdaten zur Wirtschaftsentwicklung in Ostdeutschland (siehe PDF Datei) 

Der kalte Winter 1995/96 hat sich sicher negativ auf das wirtschaftliche Wachstum ausgewirkt, aber er stellt nicht die entscheidende Ursache für den Rückgang der Zuwachsraten dar. Vor allem die rückläufige Entwicklung der i n d u s t r i e l l e n Investitionen, die wenig witterungsabhängig sind, signalisiert, daß eine erste Entwicklungsphase der ostdeutschen Transformation abgeschlossen ist. Mit massiver staatlicher Förderung ist privates Kapital in die neuen Länder geflossen und hat sich all jene Anlagesphären erschlossen, die im ersten, marktorientierten Zugriff rentabel erschienen.

November 1996

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