Ausgabe März 1997

Die Arbeitswelt der Informationsgesellschaft

 Die Arbeitsweise der Industrieepoche geht unter; wir erleben die Geburtsstunde einer neuen Arbeitswelt. Noch wird das schleppende Wirtschaftswachstum und der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit mit herkömmlichen Kategorien zu erklären versucht: "zu hohe Produktionskosten", "konjunkturelle Schwierigkeiten", "Standortschwächen", "Mangel an Nachfrage und Massenkaufkraft". Es geht heute aber nicht mehr um bloße Schwankungen des gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsvolumens, um ein Mehr oder Weniger an Arbeit, es geht um eine andere Art der Arbeit, letztlich um eine andere Art von Gesellschaft. Sowohl die sektoralen Schwerpunkte, als auch die Orte, an denen gearbeitet wird, und nicht zuletzt die Formen der Arbeit werden sich mit der Durchsetzung der Informationsgesellschaft fundamental verändern.

Solche dramatischen Einschnitte kommen nicht oft vor. Der letzte liegt etwa zweihundert Jahre zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts lebte und arbeitete der Großteil der Bevölkerung - Bauern, Handwerker, Kaufleute - im Rahmen der Hauswirtschaft. Wohnen, Leben und Arbeiten waren eng miteinander verzahnt. Die gesamte Familie, einschließlich des Hausgesindes, war in den Arbeitsprozeß einbezogen. Der Ablauf des Arbeitens war den Rhythmen der Lebenswelt und der Natur untergeordnet.

März 1997

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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