Ausgabe Januar 1998

Clash of Regions

Die Gefahr steigender Wohlstandsunterschiede in der Europäischen Union

"In dem Bestreben, ihre Volkswirtschaften zu einigen und deren harmonische Entwicklung zu fördern, indem sie den Abstand zwischen einzelnen Gebieten und den Rückstand weniger begünstigter Gebiete verringern" 1), gründeten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande 1958 in Rom die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Neben zahlreichen anderen Wünschen und Absichten markierte die beabsichtigte Verringerung der regionalen Wohlstandsunterschiede wohl eines der edelsten wie ambitioniertesten Ziele der neuen Gemeinschaft. Die Spaltung des Kontinents in arme und reiche Regionen, die jahrhundertealte Persistenz ökonomischer Ungleichheiten sollte zumindest im Westen der Vergangenheit angehören und einer "harmonischen Entwicklung der Gemeinschaft als Ganzes" 2) den Weg bereiten. Seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge ist viel Wasser den Tiber hinuntergeflossen.

Januar 1998

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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