Die fünfte Weltklimakonferenz in Bonn endete wie ihre vier Vorläufer: Der einzige wirklich konkrete und dann auch eingehaltene Beschluss ist der für eine Folgekonferenz. So geschieht es seit der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992, die die Klima-Konvention auf den Weg brachte. Deren Ziel war bereits kompromittiert, weil es nur darum gehen sollte, den Stand der Treibhausgas-Emissionen auf dem des Jahres 1990 zu stabilisieren. Zur Erinnerung: Im Jahr 1988 hatte die Weltklimakonferenz in Toronto (die zu dieser Zeit noch eine wissenschaftliche und keine politische war) verlautbart, dass die Zivilisation ein Klima-Experiment praktiziere, dessen Folgen denen eines globalen Atomkriegs ähneln würden. Es geht also prinzipiell um mehr als lediglich darum, den Anstieg der CO2-Emissionen und anderer Treibhausgase zu verhindern. Es muss um deren Reduzierung gehen, weit unter den Stand des Jahres 1990. Doch selbst das ungenügende Ziel von Rio wird nicht umgesetzt. Auch die mittlerweile fünfte politische Weltklima-Konferenz seit 1992 diskutiert immer noch. Sie diskutiert nicht nur das "wie" einer Realisierung dieses Ziels, sondern sogar noch das "ob". Federführend im Widerstand sind die USA.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.