Ausgabe Mai 2000

Die Umstrukturierung der Deutschland AG

Nach dem Scheitern der Großbankenfusion

Für die eigentliche Überraschung sorgte die Regierung. Viele rotgrüne Politiker bedauerten lauthals das Scheitern der Fusion, und auch der Bundeskanzler und sein Wirtschaftsminister Müller zeigten sich enttäuscht, dass Deutsche und Dresdner Bank nun doch nicht zusammenfinden. Schröder hätte das Zusammengehen beider Häuser "begrüßt". Das ist mehr als ein neuer Zungenschlag: Bislang galt es wenigstens noch als politische Pflichtübung, die grassierende Fusionitis in der Wirtschaft zu kritisieren und ansonsten auf das (zahnlose) Kartellrecht zu verweisen. Rückblick: Offiziell fiel der Startschuss am Donnerstag, den 9. März. Pünktlich um 11 Uhr endete die Sendesperrfrist für die Pressemitteilung der künftigen Partner: "Deutsche Bank und Dresdner Bank fusionieren zur führenden Bank Europas mit herausragender globaler Plattform." Im Wesentlichen sollte die grundlegende Renovierung des Kerns der Deutschland AG aus drei Maßnahmen bestehen: - Die Deutsche Bank übernimmt die Dresdner Bank.

Die neue "grüne" Deutsche Bank konzentriert sich fortan auf das private und institutionelle Großkundengeschäft. - Die Allianz übernimmt das private Massenkundengeschäft und den Vertrieb von Versicherungspolicen.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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