Ausgabe Juli 2000

Fremdvölkische im Reichseinsatz

Eine Einführung zum Thema NS-Zwangsarbeit

Die Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland war der größte Fall der massenhaften, zwangsweisen Verwendung von ausländischen Arbeitskräften in der Geschichte seit dem Ende der Sklaverei, wie Ulrich Herbert, der Pionier der historischen Forschung zur NS-Zwangsarbeit, formulierte. 1) Zwangsarbeiter stellten im Spätsommer 1944 in Deutschland etwa ein Viertel aller in der gesamten Wirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte. Insgesamt mindestens 10 Millionen Menschen waren als ausländische Zwangsarbeiter aus 18 Ländern in Deutschland eingesetzt. In jeder Stadt lassen sich zahlreiche Zwangsarbeiterlager nachweisen, die als Baracken unmittelbar auf den Zechen- und Industriegeländen oder in Sälen ehemaliger Gaststätten und Schulen errichtet wurden. Man unterscheidet vier Gruppen von Zwangsarbeitern: 1. Ausländische Zivilisten, die die überwältigende Mehrheit der Zwangsarbeiter stellten. 2. Ausländische Kriegsgefangene, vor allem Polen, Russen und Franzosen. 3. KZ- und Polizeihäftlinge, zu denen auch Insassen von Arbeitserziehungslagern gehörten, die ich im Rahmen meiner Promotion erforscht habe. 4. Europäische Juden, die vor ihrer Deportation in die östlichen Ghettos und Vernichtungslager Zwangsarbeit im Reich leisten mußten und seit 1944 wieder als KZ-Häftlinge in Deutschland arbeiteten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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