Im Juni 2000 jährte sich das auf dem Gipfeltreffen von Sarajewo von 38 Staats- und Regierungschefs feierlich bekräftigte Vorhaben eines Stabilitätspaktes für Südosteuropa. 1) Der von der EU initiierte Pakt ist ein wichtiger Schritt in Richtung regionaler Friedenskonsolidierung und nachholender Prävention. Es handelt sich um ein einzigartiges Experiment, weil damit erstmals seit dem Mashall-Plan ein integratives Friedensprojekt für eine ganze Region angegangen wird. Es ist allerdings ein Projekt im Werden, dessen Erfolgschancen noch nicht absehbar sind. Das gleiche gilt für die im Dezember 1998 vom Europäischen Rat angekündigte gemeinsame Strategie für den Westbalkan. Sie soll durch den im Herbst anstehenden Gipfel der EU mit Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Albanien neue Schubkraft entfalten. Der im Vorfeld aufgeflammte Streit, ob der Sonderkoordinator für den Stabilitätspakt, Bodo Hombach, der zugleich Sonderbeauftragter der EU für den Stabilitätspakt ist, an diesem Treffen teilnehmen soll 2), verdeutlichte einmal mehr, daß sich die Union schwer tut, als "cooptive power" 3) im Rahmen des Stabilitätspaktes zu agieren und zugleich ihrem Anspruch auf eine zentrale Rolle in der Region gerecht zu werden.
Oberflächlich betrachtet, läuft für Moldau derzeit vieles in die richtige Richtung. Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine genießt eine Aufmerksamkeit, die ihm über Jahrzehnte verwehrt geblieben ist.