Ausgabe Januar 2001

Der erste Präsident seiner Generation

Ein subjektives Resümee der Clinton-Jahre

Imagine there's no heaven / It's easy if you try / No hell below us Above us only sky / Imagine all the people / Living for today... Imagine there's no countries / It isn't har to do / Nothing to kill or die for And no religion too / Imagine all the people / Living life in peace... You may say I'm a dreamer / But I am not the only one I hope someday you'll join us / And the world be as one... John Lennon, 1971

I

1968 erreichten sowohl der Vietnamkrieg als auch die Antikriegsdemonstrationen ihren Höhepunkt. Als frisch eingetroffener Austauschstudent der FU Berlin an der Universität Manchester mit nachweisbaren Kenntnissen in Marcuse und Reich galt der Verfasser dieser Zeilen für hinlänglich qualifiziert, um auf der Stelle leitendes Gründungsmitglied des dortigen RSSF (Revolutionary Socialist Student Federation) und eine Woche später "Delegierter des RSSF Manchester" im britischen Vietnam-Komitee zu werden, das für den Herbst zwei große Demonstrationen in London plante. An dem letzten Vorbereitungstreffen nahm auch der Abgesandte einer Gruppe amerikanischer Studenten aus Oxford teil, die sich Americans Against the War nannten. Es war ein nervöser, unerhört angespannt wirkender Sinologiestudent und Rhodes-Stipendiat namens Frank Aller.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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