Ausgabe Januar 2001

Wie weiter mit Europa?

Zwischen Kompetenzkatalog und New Governance

Der Trend der letzten Jahre setzt sich nach dem Gipfel von Nizza fort: Eine Regierungskonferenz schließt nahtlos an die nächste an. Dem hektischen - gemessen an den Problemen aber vielfach konsequenzlosen - Handeln der nationalen Regierungen beim Umbau der Strukturen der Europäischen Union folgt keine Phase der Reflexion und der offenen Zielfindung. Die Beschleunigung europäischer Politik erreicht statt dessen einen neuen Höhepunkt, indem mitten während einer laufenden Regierungskonferenz bereits die zentralen Eckpunkte für die nächste Reform verankert werden. Mit der Forderung nach einem Kompetenzkatalog und der Erarbeitung des Weißbuches zu "New Governance" durch die Kommission ist das Feld, innerhalb dessen sich die "Post-Nizza-Prozesse" bewegen werden, bereits abgesteckt.

Im Kern geht es um eine klare Abgrenzung zwischen europäischen und nationalen Aufgaben (Kompetenzkatalog) und eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Akteuren, die die Rolle gesellschaftlicher Organisationen akzentuiert (New Governance).

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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