Ausgabe Januar 2001

Krieg der Standorte oder Kooperation der Regionen

Alternative Leitbilder der Globalisierung

Seit den 80er Jahren leben wir in einer Zeit weltweit beschleunigter Umstrukturierung von ursprünglich mehr oder weniger in regionalen Kontexten "gewachsenen" Kulturen. Die Welt wird dabei nicht nur produktions-räumlich reorganisiert, sie wird auch in der Vielfalt der bestehenden Eigentums-, Arbeits-, Organisationsund sozialen Interaktionsformen sowie den Formen (und Inhalten) von Politik mit einer selten gekannten Geschwindigkeit, räumlichen Reichweite und Eingriffstiefe umgewälzt. Dabei ist die hiermit angesprochene Globalisierung nicht primär ein Produkt "marktlicher" spontaner Funktionen, sondern ganz entscheidend politisch-administrativ gemacht - durch regulierte Herausnahme ausgewählter wirtschaftlicher und finanzieller Handlungsbereiche aus ihren bisherigen gesellschaftlichen Kontexten (dis-embedding) bei gleichzeitig verstärkter und autoritärerer (nationaler) Regulierung zahlreicher anderer gesellschaftlicher und politischer Bereiche, denen ein entsprechender globaler Handlungsraum und entsprechende globale Handlungserleichterungen bewußt und "reguliert" nicht in gleichem Maße zur Verfügung gestellt werden.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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