Ausgabe April 2002

Die Vier von den Tankstellen

Am deutschen Mineralölmarkt bieten noch zehn Anbieter über rund 11 000 Tankstellen Autokraftstoffe an. Die sechs größten Anbieter verfügen zurzeit über einen Marktanteil von gut 79%. Daneben ist der Markt mit etwa 5 000 sogenannten "freien" Tankstellen besetzt, die von mittelständischen Einzelunternehmem betrieben werden und ihr Benzin bei den marktmächtigen Mineralölkonzernen einkaufen müssen. Zwischen den großen Anbietern sind weitere Fusionen geplant: Die Veba Oel AG, Gelsenkirchen - im Besitz des AralTankstellennetzes - soll mit der Deutschen BP AG, Hamburg verschmolzen werden, und die Deutsche Shell GmbH, Hamburg, beabsichtigt einen Zusammenschluss mit der RWE-Tochter DEA Mineralöl AG, Hamburg. Diese vier Unternehmen kommen zusammen auf einen Marktanteil von fast 58%.

Selbst unter Berücksichtigung der "freien" Tankstellen beträgt der Marktanteil noch knapp 40%. Die milliardenschweren Großfusionen der Ölkonzerne Shell/DEA sowie Aral/BP sind aus Sicht der Unternehmen betriebswirtschaftlich verständlich, wollen diese doch aus dem weiten ein möglichst enges Oligopol ohne Wettbewerb machen. Um Gewinne zu maximieren, beschränken sie den Wettbewerb oder schalten ihn durch Absprachen (Kartellbildungen) völlig aus.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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