Ausgabe September 2002

Mit WorldCom in den großen Crash?

Im Sommer 2002 befindet sich die Welt in einer tiefen Börsenkrise. Seit ihren Höchstständen im ersten Quartal 2000 sind der amerikanische Aktienindex Dow Jones um ein Drittel, der Eurostoxx um zwei Fünftel und der deutsche DAX um über die Hälfte gefallen. Der japanische Nikkei-Index liegt ohnehin schon seit vielen Jahren danieder und dümpelt gegenwärtig bei einem Viertel seines Höchststands von Anfang der 90er Jahre. Der Rückgang der Indexwerte auf den technologieorientierten Neuen Märkten ist noch drastischer: In den USA fielen sie um vier Fünftel, in Deutschland um über neun Zehntel. Mit Enron, WorldCom, Vivendi und Kirch sind bereits einzelne große Konzerne zusammengebrochen, die zur Avantgarde der "New Economy" zählten.

Die Frage ist, ob die Finanzkrise sich weiter in die Güterwirtschaft hinein fortsetzen und sie in einen wirtschaftlichen Strudel mit unabsehbaren Folgen für Beschäftigung und Einkommen der Menschen hineinziehen wird wie es für viele Länder der Dritten Welt bereits katastrophale Realität ist. Die Börsenkrise läuft nach dem klassischen Muster einer Finanzkrise ab: Der Euphorie folgt die Panik an den Finanzmärkten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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