Ausgabe März 2004

Rückschritte in der EU-Umweltpolitik

Am 4. Dezember 2003 legte die Europäische Kommission dem Rat der EU und dem Europaparlament einen Bericht zur Überprüfung der Umweltpolitik vor.1 Mit diesem Bericht informiert sie über die Entwicklung im Umweltbereich der letzten beiden Jahre und über die Umsetzung des sogenannten 6.Umweltaktionsprogramms der Union.2 Im Frühjahr 2003 hatte der Rat beschlossen, eine solche Bestandsaufnahme von Umweltbelangen und die Überprüfung der Umweltpolitik jährlich vorzunehmen, der nun vorgelegte Bericht ist der erste dieser Art.

In dem vorliegenden Dokument bringt die Kommission zunächst ihre Ansicht zum Ausdruck, dass die letzten Jahre einen "Wendepunkt" [S.3] für die EU-Umweltpolitik markieren würden, da nun die Leitidee der nachhaltigen Entwicklung im Mittelpunkt der politischen Debatte stünde. Sie identifiziert diese Trendwende mit der Annahme der EU-Richtlinie für eine nachhaltige Entwicklung3 im Jahre 2001, der Verabschiedung des bereits genannten 6. Umweltaktionsprogramms und der Teilnahme am Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, beides im Jahre 2002. Damit sei deutlich geworden, dass die Umweltdimension gleichberechtigt neben der wirtschaftlichen und der sozialen Dimension stünde, dass Umweltaspekte auf allen politischen Ebenen berücksichtigt und dass verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssten, um Lösungen zu finden, bei denen sowohl die Wirtschaft als auch die Umwelt profitieren [S.5].

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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