Ausgabe April 2005

Der Maritime Komplex

Fröhlich genoss Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Auftritt auf dem Gipfeltreffen des deutschen Maritimen Komplexes in Bremen. Der vermeintliche Autokanzler hatte auch allen Grund, die Seefahrt ins Herz zu schließen, denn Handelsflotte, Nord- und Ostseehäfen, die speziell in Süddeutschland starke Zulieferindustrie und sogar die Werften dürfen sich heute als Sieger der so genannten Globalisierung feiern lassen – und das, obwohl sie direkter als viele Wirtschaftszweige die weltweite Internationalisierung spüren. Entscheidend dazu beigetragen hat die enge Verknüpfung von Wirtschaft, Staat, Wissenschaft und Gewerkschaft zu einem Maritimen Komplex.

Die maritime Wirtschaft ist weit mehr als Hafenromantik. Trotzdem bleibt das Flaggschiff des bundesweiten Wirtschaftszweiges der Hamburger Hafen. 2004 wurden dort insgesamt sieben Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) verladen – ein sagenhaftes Plus von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2010 werden es zwölf Millionen Container sein, prognostiziert die "Hafen Hamburg Marketing", ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und Wirtschaft.

Aber nicht allein der Norden profitiert, "nahezu alle Bereiche dieses Wirtschaftszweiges weisen ein beachtliches Wachstum auf", freut sich die Bundesregierung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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