Ausgabe Oktober 2005

Wahl paradox

Die Wähler haben entschieden – und nichts ist entschieden. Überraschender als mit dem dank der Nachwahl in Dresden nur vorläufigen Endergebnis, das am frühen Morgen des 19. September bekannt gegeben wurde, hätte diese Wahl wohl nicht ausfallen können. Dabei bot sich schon seit Monaten eine fast absurde Situation. Obwohl das Wahlvolk erst am 18.

Die Wähler haben entschieden – und nichts ist entschieden. Überraschender als mit dem dank der Nachwahl in Dresden nur vorläufigen Endergebnis, das am frühen Morgen des 19. September bekannt gegeben wurde, hätte diese Wahl wohl nicht ausfallen können.

Dabei bot sich schon seit Monaten eine fast absurde Situation. Obwohl das Wahlvolk erst am 18. September zur Urne schritt, stand das wichtigste Ergebnis scheinbar seit dem 22. Mai fest: Die erste Kanzlerin der Bundesrepublik würde Angela Merkel heißen. Bereits mit Schröders Harakiri-„Coup“ am Abend der NRW-Wahl schien „der Frau aus dem Osten“ der Sieg nicht mehr zu nehmen. Lange Zeit schien sogar die absolute Mehrheit für die Union möglich, Schwarz-Gelb jedenfalls unvermeidbar.

Doch der Wahlabend strafte alle Demoskopen Lügen. Plötzlich gab es zwei große Verlierer, nämlich beide Volksparteien.

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