Ausgabe Oktober 2005

Musik und Metropole

Die kreative Klasse und die Politik der Ermöglichung

„Es gibt viele Wege, aber alle führen nach Berlin“ – in diesem Stil wird seit geraumer Zeit in der Musikbranche die metropolitane Werbetrommel gerührt.(1) Und in der Tat: Berlin hat sich in den letzten Jahren, der eigenen wirtschaftlichen Rezession zum Trotz, zu einem dynamischen Ort für die Musikproduktion entwickelt. Seit einiger Zeit wird die Stadt sogar als „Musikhauptstadt“ gefeiert. Nicht nur Daniel Barenboim und Sir Simon Rattle, sondern auch die experimentelle elektronische Musik- und Clubszene sowie Popmusiker aus dem Bereich der elektronischen Musik (wie Wir sind Helden, Mia oder 2raumwohnung) oder des Hip Hop (wie die Rapper Kool Savas, Sido und Fler) haben Berlin zu einem Anziehungspunkt für die Kunstund Kulturszene gemacht.

Mit dem Umzug von Universal Music, MTV, PopKomm, den Verbänden der Tonträgerindustrie und weiterer Akteure ist Berlin zu einer „World Media City“ aufgestiegen.(2) Dies ist für die Stadt von zentraler Bedeutung, da die Kulturwirtschaft eine der Schlüsselindustrien des flexiblen Kapitalismus darstellt und damit als Hoffnungsträger der Wirtschaftsentwicklung gilt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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