Ausgabe November 2005

Gesamtdeutscher Ausverkauf

Von der Treuhand zu Public-Private-Partnership

Mit großen Worten wurde vor kurzem der 15. Jahrestag der deutschen Einheit begangen – wenn auch getrübt durch die sich häufenden Misserfolgsmeldungen. Zu offensichtlich ist, dass die desaströsen Folgen der DDR-Privatisierung nach bisheriger Logik nicht reparierbar sind. Was dabei aber allzu gern übersehen wird: Dies gilt inzwischen auch für die Privatisierung in Westdeutschland.Mit großen Worten wurde vor kurzem der 15. Jahrestag der deutschen Einheit begangen – wenn auch getrübt durch die sich häufenden Misserfolgsmeldungen. Zu offensichtlich ist, dass die desaströsen Folgen der DDR-Privatisierung nach bisheriger Logik nicht reparierbar sind. Was dabei aber allzu gern übersehen wird: Dies gilt inzwischen auch für die Privatisierung in Westdeutschland. Die öffentlichen Haushalte sind nach den auch hier in den vergangenen 15 Jahren erfolgten Privatisierungen stärker verschuldet als zuvor, und die versprochenen Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger sind nicht eingetreten. Die Privatisierung der DDR bedeutet somit nicht nur den Anfang des Abbaus Ost, sondern auch den Einstieg in die fatale Privatisierungsgeschichte der alten Bundesländer.

 

Mit dem Treuhandgesetz wurde die Treuhandanstalt zum 17. Juni 1990 Eigentümerin des DDR-Vermögens. „Das volkseigene Vermögen ist zu privatisieren“, hieß es in Paragraph 1.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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