Kürzlich vermeldeten die Zeitungen, dass die internationalen Top-25-Manager von Hedgefonds im vergangenen Jahr die astronomische Summe von durchschnittlich 363 Mio. US-Dollar pro Kopf verdient haben. Das erklärt auch, warum sie die Zielsetzung verfolgen, 20 Prozent Rendite pro Jahr zu erzielen. Möglich sind aber auch 50 Prozent. Dies versprechen jedenfalls Hedgefonds potentiellen Anlegern – hauptsächlich Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen und „High Net Worth Individuals“, die oberhalb von fünf Mio. US-Dollar einsteigen können. Um diese Erwartungen erfüllen zu können, mussten sich die Fondsmanager etwas einfallen lassen. Zumal sich derzeit ein „Tsunami von Geld“ über die Märkte ergieße, so Peter Cohen, Gründer des US-Hedgefonds Ramius Capital. Und damit wächst der Druck. Derzeit wollen allein von den Hedgefonds 1200 Mrd. US-Dollar Gewinn bringend untergebracht sein – das entspricht fast der Hälfte des jährlichen deutschen Bruttoinlandsprodukts. Die versprochenen hohen Renditen sind natürlich nicht mit traditionellen Investitionen in neue Maschinen, Produkte und Ideen zu erzielen. Vor allem sogenannte „Leerverkäufe“ („Long Short Equity“) von geliehenen Aktien haben sich als probates Mittel erwiesen, auch bei stagnierender Wirtschaftsentwicklung und fallenden Kursen hohe Gewinne einzufahren.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.