Ausgabe Dezember 2006

Eine Runde der Abnicker?

Die parlamentarische Demokratie in der Globalisierungsfalle

Zum Ende des Jahres endet auch die Ära von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Was aber wird von dessen zehnjähriger Amtszeit in Erinnerung bleiben? Wohl nicht zuletzt die Beharrlichkeit, mit der Annan immer wieder auf die Notwendigkeit einer Demokratisierung der Weltgemeinschaft und der internationalen Beziehungen drängte. Immer wieder wurde Kofi Annan mit dem eklatanten Demokratiedefizit der Vereinten Nationen konfrontiert. Zum Ende seiner Amtszeit, während des Libanonkrieges, schien der UN-Generalsekretär regelrecht an den harten Machtrealitäten des Weltsicherheitsrats zu verzweifeln. Doch trotz der pessimistisch stimmenden Realität wurde Annan nicht müde, immer wieder an die Gestaltungskräfte der parlamentarischen Institutionen zu appellieren – sowohl auf globaler wie nationaler Ebene. Gerade in der internationalen Politik läge es an den „Parlamentariern mit ihrer einzigartigen Gesetzgebungskompetenz – und nicht zuletzt mit ihrer Macht über die Finanzen –, internationale Vereinbarungen in die Tat umzusetzen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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