Ausgabe November 2007

Sieben Millionen ohne Arbeit

Offensichtlich geht Deutschland wieder rosigen Zeiten entgegen. Die Medien verkünden jedenfalls allenthalben eine neue Entspannung am Arbeitsmarkt. Besonders überschießend, wen kann es verwundern, agiert dabei die „Bild“-Zeitung. Bereits im November letzten Jahres verkündete sie, dass die Bundesrepublik derzeit ein „Neues Wirtschaftswunder“ erlebe.

Es kann und soll nicht bestritten werden, dass der aktuelle Wirtschaftsaufschwung positiv auf den Arbeitsmarkt wirkt. Allerdings wird dieser Zusammenhang in seiner Dimension und Kausalität durch Politik und Medien völlig falsch dargestellt. Zwar ist gegenwärtig in der Tat ein konjunktureller Aufschwung zu beobachten. Das allerdings ist innerhalb eines Konjunkturzyklus’ eine typische Erscheinung und alles andere als ein Wunder.

Dennoch findet die herrschende mediale Übertreibung auf den ersten Blick ihre Bestätigung in den jüngsten vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktdaten: „Der Aufschwung am Arbeitsmarkt in den Jahren 2006/2007 hat ein freundlicheres Gesicht als jener in den Jahren 1999/2000, bei etwa gleichem Wirtschaftswachstum. Es wurden mehr Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse und weniger Mini-Jobs geschaffen als damals und das Arbeitsvolumen nahm stärker zu (+2,0 Prozent gegenüber +1,2 Prozent)“.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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