Ausgabe Juli 2008

Das Ende der konservativen Ära?

John McCain und das Dilemma der Republikaner

Damals, als der republikanische Präsidentschaftswahlkampf noch einen Wettbewerb darstellte, erfuhr John McCain derart extravagante Beschimpfungen seitens führender konservativer Stimmen, dass diese geradezu ein neues Literaturgenre konstituierten. Rush Limbaugh sagte, McCain gefährde „den amerikanischen Lebensstil, wie wir ihn seit jeher kennen.“ McCains Senatskollege Thad Cochran meinte: „Der Gedanke an ihn als Präsidenten lässt mich erschauern.“ Ann Coulter warf ihm die unverzeihlichste aller Sünden vor, nämlich dass McCain in Wahrheit „ein Demokrat“ sei. Coulters Arbeitgeber, „Fox News“, unterstützte diese Schmutzkampagne am 7. Februar 2008, indem er unter Bilder des Republikaners die Worte „John McCain (D-AZ)“ [Demokrat aus Arizona] einblendete.

Dieser 7. Februar war kein gewöhnlicher in der Geschichte des McCain-Hasses. An jenem Nachmittag erklärte der bevorzugte Kandidat dieses Lagers, Mitt Romney, im Rahmen der großen jährlichen Konferenz der Republikaner in Washington (der Conservative Political Action Conference, CPAC), dass er aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aussteige. McCain aber, nunmehr der mutmaßliche republikanische Kandidat, wurde ausgebuht.

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