Ausgabe Januar 2009

Code Green

Warum wir eine grüne Revolution brauchen

Am 20. November 2003, während eines Treffens zwischen Präsident George W. Bush und dem damaligen Premierminister Tony Blair in London und etwa sechs Monate nach der Eröffnung des neuen Konsulats in Istanbul, zündeten türkisch-muslimische Terroristen vor der HSBC-Bank und dem britischen Konsulat in Istanbul Autobomben. Bei dem Anschlag kamen 30 Menschen ums Leben, darunter der britische Generalkonsul, mindestens 400 weitere wurden verletzt.

Einer der nach dem Anschlag festgenommenen Terroristen soll gegenüber der türkischen Polizei ausgesagt haben, seine Gruppe habe ursprünglich das neue amerikanische Konsulat sprengen wollen, aber als man die Anlage in Istinye erkundete, sei man zu dem Schluss gelangt, sie sei uneinnehmbar. Ein höherer amerikanischer Diplomat in Istanbul erzählte mir Genaueres. Nach Auskunft türkischer Sicherheitskreise hatten die Terroristen erklärt, das amerikanische Konsulat sei einfach zu sicher: „Da dürfen nicht einmal Vögel fliegen.“ Dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Es war so gut bewacht, dass nicht einmal Vögel dort fliegen durften… (Eine weitere Bestätigung fand dieser Gedanke am 9. Juli 2008, als türkische Polizisten außerhalb des Konsulatsgeländes drei Terroristen töteten, die offenbar eine Bresche in die Mauer sprengen wollten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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