Ausgabe Juni 2009

Irak:Frauenrechte unter Dauerfeuer

Seit dem Amtsantritt des erklärten Irakkriegsgegners Barack Obama und dem angekündigten weitgehenden Abzug der US-Streitkräfte aus dem Land scheint auch die hiesige Öffentlichkeit auf eine Wende zum Besseren zu vertrauen. Ob diese Wahrnehmung allerdings der tatsächlichen Entwicklung im Zweistromland entspricht, mag man mit Fug und Recht bezweifeln. Denn die fortgesetzte Islamisierung weiter Teile des Landes und die massenhafte Flucht von Angehörigen anderer Glaubensrichtungen illustrieren, dass die negativen Folgen der Invasion alliierter Truppen im März 2003 weiterhin anhalten.

Viel zu wenig mediale Beachtung erfährt dabei die irakische Innenpolitik. Dabei zeigt ein Blick auf die erschütternde Lage der Frauen, wie schlecht es um das Land auch und gerade sechs Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins bestellt ist. Krieg, internationale Sanktionen und die zunehmende Politisierung ethnischer und religiöser Identitäten haben zu erheblichen Rückschlägen für die soziale Position der Frauen im Irak geführt.

Historischer Rückblick

Ironischerweise waren irakische Frauen lange Zeit Pionierinnen der Gleichstellung im Mittleren Osten. Auch rechtlich war der Irak hinsichtlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau den anderen Ländern der Region weit voraus. Bereits 1970, zwei Jahre nach der Machtübernahme durch die säkulare Baath-Partei, erhielt diese Verfassungsrang; zehn Jahre später wurde den irakischen Frauen das Wahlrecht zuerkannt.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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