Ausgabe April 2010

Integration durch Konflikt: Der Streit um das Minarett

Mit der Schweizer Minarettentscheidung hat die Islamdebatte auch in der Bundesrepublik wieder neuen Auftrieb erfahren. Die Grenzen der Integrationsfähigkeit des Islam und die Frage des Schutzes der westlichen Kultur sind prägende Stichworte dieser Debatte. Für die weitere friedliche Entwicklung in der Bundesrepublik ist es von zentraler Bedeutung, inwieweit es gelingt, eine sachliche und differenzierte Debatte zum Thema Islam und Integration zu führen.

In diesem Zusammenhang hat sich jetzt auch Josef Isensee des Themas angenommen. Unter dem Titel „Integration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz“ behauptete er in der letzten Ausgabe der „Blätter“ die „Integrationsresistenz des Islam“, die bei ihm zur Schicksalsfrage der Demokratie wird: „Der Rechtskultur des Westens zittern die Knie“.[1] Sein Beitrag trägt damit nichts zur Versachlichung der Debatte bei. Im Gegenteil: Isensee setzt gezielt auf eine konfrontative Zuspitzung bei gleichzeitiger Problemverkürzung. Das soll an dieser Stelle exemplarisch an seinen Ausführungen zum Thema Minarett verdeutlicht werden.

Das Minarett ist bereits seit längerem Gegenstand islamkritischer Beiträge.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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