Ausgabe August 2010

Das G20-Debakel: Warum wir einen grünen New Deal brauchen

Das jüngste G 20-Gipfeltreffen in Toronto stand ganz im Zeichen einer Obsession. Defizitabbau und finanzpolitische Strenge – aufgehübscht durch das neue Etikett „fiskalische Konsolidierung” – galten als das Gebot der Stunde. Rituelles Gerede über „Vertrauen”, das schon irgendwie Wirtschaftswachstum und Aufschwung zurückbringen werde, überlagerte die eigentliche Agenda der europäischen Rechten: nämlich ihre bedrohten Banken zu retten und dabei gleichzeitig die europäische Sozialdemokratie vor sich her zu treiben. In Toronto traten einzig und allein die Vereinigten Staaten dafür ein, der Wirtschaftsbelebung erste Priorität einzuräumen.

Im Jahre 1933 war es Franklin D. Roosevelt, der vor einem ähnlichen Dilemma stand: Wie umgehen mit der Londoner Konferenz zur Wirtschafts- und Währungspolitik, auf der damals (genau wie heutzutage) reaktionäre europäische Regierungen unter dem Druck ihrer Bankiers auf eine Strategie weltweiter Währungsstabilisierung pochten? Roosevelt entschied zu Recht, dass die Vereinigten Staaten andere Prioritäten verfolgen sollten, und ließ die Konferenz platzen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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