Ausgabe September 2010

Irrweg Migration

Wie Auswanderung zum Entwicklungshemmnis wird

In diesem Sommer wurde der Ruf nach erleichterter Anwerbung ausländischer Fachkräfte laut – und zwar aus dem Munde von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Damit steht der Minister nicht allein. Denn auch von entwicklungspolitischen Gruppen wird seit Jahren eine größere Aufnahme von Arbeitsmigranten gefordert.

Doch ist Migration tatsächlich allein schon deshalb gut, weil die Europäische Union die Zuwanderung seit Jahren vehement bekämpft?

Dies ist eine gleichermaßen politische wie moralische Frage. Meistens wird sie vor allem von jenen moralisch beantwortet, die der europäischen Festungspolitik ein anderes Weltverständnis entgegensetzen, nämlich eine Konzeption von Reisefreiheit für alle und offenen Grenzen. Und liegen die Vorzüge von Migration nicht tatsächlich auf der Hand? Die ins Ausland migrierten Arbeitskräfte schicken (viel) Geld nach Hause, betreiben also Armutsbekämpfung aus eigener Kraft.

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