Ausgabe Juli 2011

"Mehr als ein Auto"

Die Diktatur des Automobils

Im Sommer 1888 unternahm Bertha Benz mit ihren Söhnen eine Fernfahrt mit dem 1886 patentierten, dreirädrigen Motorwagen ihres Mannes Carl Benz. Sie führte von Mannheim nach Pforzheim und wurde im Juni dieses Jahres unter dem Titel „Bertha-Benz-Fahrt – 125 Jahre Automobil“ publikumswirksam wiederholt. Es war gewiss nicht die „erste“ erfolgreiche Fernfahrt; solche hatten britische Ingenieure bereits in den 1830er Jahren mit Dampfwägen getätigt. Dennoch war der schnell laufende Benzsche Einzylinder-Viertakt-Motor so etwas wie die Keimzelle der automobilen Revolution. Es ist daher von besonderer Ironie, dass ausgerechnet im Geburtsländle des ersten fahrtüchtigen „Benziners“ der erste grüne Ministerpräsident die Ampel für die Autoindustrie nun auf Gelb geschaltet hat.

Winfried Kretschmann forderte (kurz vor seiner Ernennung) in der „Bild“-Zeitung, das Ziel müsse nicht die Produktion von immer mehr, sondern von weniger Autos sein.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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