Ausgabe Januar 2013

Rettet die Universalbank!

Kaum ein Projekt in der Europäischen Union ist derzeit so umkämpft wie die vereinbarte Bankenunion. Nach dem Willen der französischen Regierung sollte sie bereits am 1. Januar 2013 in der Eurozone formal starten; nach dem Willen der Bundesregierung wird sich der Aufbau der dafür nötigen Institutionen dagegen mindestens über das ganze Jahr 2013 hinziehen. Die Bankenunion wird allerdings nur zwei der drei von der EU-Kommission vorgeschlagenen Elemente enthalten: die Abwicklung von Pleitebanken und die einheitliche Bankenaufsicht. Letzteres soll die Europäische Zentralbank übernehmen. Dagegen dürfte die Idee einer gemeinsamen Einlagensicherung nicht verwirklicht werden.

Offen bleibt auch, zu welchen strukturellen Reformen der Banken und des Bankensystems es kommen wird. So hatte der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seinen Wahlkampf mit einer Attacke auf die Großbanken gestartet. In einem 30seitigen Positionspapier[1] fordert der Ex-Finanzminister die Auflösung der Universalbank. Für die Deutsche Bank wäre dies das Ende ihres Geschäftsmodells. Vier Fünftel der Gewinne der Deutschen Bank stammen derzeit aus dem Investmentbanking.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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