Ausgabe August 2013

Urbane Rebellionen

Kairo, Rio, Istanbul: Der Ruf der Unterdrückten und das Recht auf Stadt

Von Kairo über Istanbul bis Rio de Janeiro: Revolte findet dieser Tage scheinbar immer in Metropolen statt. Der Kampf um den öffentlichen Raum – gegen dessen Zurichtung durch private oder staatliche Interessen – gerät damit in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Die „Blätter“ haben sich dieser Frage früh gestellt, mit Beiträgen u.a. von Andrej Holm (Das Recht auf die Stadt, 8/2011), Michael Hardt und Antonio Negri (Multitude und Metropole, 7/2010), Janna Greve (Failing Cities? Die Krise der Megastädte – von Johannesburg bis Rio de Janeiro, 4/2010), Andrej Holm und Armin Kuhn (Häuserkampf und Stadterneuerung, 3/2010). In „Rebellische Städte“, seinem jüngsten Buch, soeben erschienen im Suhrkamp Verlag, plädiert David Harvey für die Erneuerung des „Rechts auf Stadt“. Wir präsentieren daraus den folgenden Beitrag, die Übersetzung stammt von Yasemin Dincer. – D. Red.

1967 schrieb Henri Lefebvre seinen grundlegenden Essay „Le droit à la ville“. Dieses Recht, beteuerte er, war sowohl ein Aufschrei als auch eine Forderung. Der Aufschrei war eine Antwort auf den existenziellen Schmerz, den das Verdorren des alltäglichen Stadtlebens verursachte.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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