Ausgabe September 2014

Ukraine – der amerikanische Krieg

Die Situation in der Ukraine droht gegenwärtig von Tag zu Tag weiter zu eskalieren, nur noch wenig scheint Europa von einem offenen Krieg zwischen zwei souveränen Staaten zu trennen. Nachdem der Politikwissenschaftler Andreas Heinemann-Grüder das Versagen der EU analysierte (Ukraine: Revolution und Revanche, „Blätter“ 6/2014) und Russland-Experte Manfred Quiring die russische Strategie (Putins Poker, „Blätter“ 8/2014), untersucht der bekannte, vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Journalist William Pfaff, langjähriger Kolumnist der „International Herald Tribune“, des Londoner „Observer“ und der „Blätter für deutsche und internationale Politik“, das verhängnisvolle Verhalten der Vereinigten Staaten. – D. Red.

Unter den westeuropäischen und amerikanischen Kommentatoren der Ukraine-Krise scheint es nur wenige zu beunruhigen, dass die Vereinigten Staaten diese Entwicklung ausgelöst haben und dass sie womöglich in einem Krieg enden könnte. Dass dies niemanden beunruhigt, beunruhigt wiederum mich zutiefst.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der europäische Flüchtlingsschutz: Eine Ruine

von Vanessa Barisch

Haftähnliche Unterbringung, fehlender Rechtsschutz während des Asylverfahrens und die Legalisierung von Pushbacks, das sind die Merkmale, die ab Juni den Umgang mit Flüchtlingen in der EU prägen werden. Bis dahin sollen die EU-Staaten die schon 2024 beschlossene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems umgesetzt haben.