Ausgabe April 2015

Das mexikanische Inferno

Seit nunmehr acht Jahren herrscht in Mexiko Krieg – der Krieg gegen die Drogen. Seit der ehemalige mexikanische Präsident Felipe Calderón den Drogenkartellen im Jahr 2006 den Kampf ansagte, hat sich das Land in ein regelrechtes Inferno verwandelt: 100 000 Menschen bezahlten den Drogenkrieg bislang mit ihrem Leben, 250 000 Menschen sind auf der Flucht, 26 000 verschwunden. Illegale Hinrichtungen und Folter sind an der Tagesordnung. 99 Prozent dieser Verbrechen bleiben straflos. All das erinnert auf fatale Weise an den „schmutzigen Krieg“ der lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er Jahre. Der mexikanische Staat scheint dabei mehr und mehr die Kontrolle über sein Territorium zu verlieren: Über zwei Drittel aller mexikanischen Gemeinden werden mittlerweile von Drogenkartellen kontrolliert.

Vor diesem Hintergrund verhandeln die deutsche und die mexikanische Regierung seit 2011 über ein Sicherheitsabkommen, in diesem Jahr soll es nun endgültig beschlossen werden. Das Abkommen dient laut Bundesregierung der „Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung, Verhütung und Aufklärung schwerer Straftaten der Organisierten Kriminalität, insbesondere der Rauschgift- und Schleuserkriminalität, des Menschenhandels sowie des Terrorismus“.[1]

In erster Linie geht es dabei um polizeiliche Zusammenarbeit.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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