Ausgabe November 2015

Der Krieg der Drohnen

Mitte Oktober veröffentlichte die Enthüllungsplattform „The Intercept“ Geheimdokumente des amerikanischen Drohnenkriegs, die ihr Nachrichtendienstmitarbeiter zugespielt hatten.[1] Sie legen den Ablauf der tödlichen Angriffe aus der Luft, die Befehlskette innerhalb des US-Militärs und die Schwächen des von Menschenrechtlern scharf kritisierten Programms offen. Vor allem aber zeigen sie, wie sehr sich der Drohnenkrieg der Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren verselbstständigt hat.

Seit dem 11. September 2001 gehören Drohnen zu den wichtigsten Waffen der USA. „Drohne“ ist ein laienhafter Sammelbegriff für aus der Ferne gesteuerte unbemannte Flugzeuge oder Hubschrauber, bestückt mit Kameras, Antennen, Waffen. Drohnen in der Luft bestimmen derzeit unser Bild dieser Technik, dabei können Drohnen überall sein: am Himmel, am Boden, auf und im Wasser. Ihr wichtigstes Merkmal ist, dass sie entweder aus der Ferne gelenkt werden oder gleich ganz ohne einen Piloten auskommen. Anfangs dienten sie nur als Instrumente der Aufklärung, seit Ende 2001 aber immer häufiger auch als Scharfschützen am Himmel, als sogenannte Hunter-Killer-Drohnen, die den Gegner jagen und bekämpfen.

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