Ausgabe November 2015

Flüchtlingsdebatte: Das Unbehagen wächst

In der Oktober-Ausgabe der »Blätter« plädierten Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie sowie Albrecht von Lucke für einen offenen und offensiven Umgang mit der historischen Herausforderung der Flucht. Unkritisch erscheint dies dem Gründungsmitglied der Grünen Eckhard Stratmann-Mertens.

In der aktuellen Flüchtlingsdebatte dominiert auf der Linken der gutmeinende Common Sense, Deutschland sowie die EU seien nun einmal bereits Einwanderungsregionen und sollten es auch in Zukunft umso mehr sein. Unter diesem Vorzeichen erörterten auch die bisherigen Beiträge in den „Blättern“ die Herausforderung Deutschlands bzw. der EU durch die aktuelle Flüchtlingskrise.

Aktuell, so Cohn-Bendit und Leggewie, sei „die sofortige Legalisierung der in Deutschland gelandeten Flüchtlinge“ erforderlich, die Rückführung von Hunderttausenden Balkanflüchtlingen sei „blanke Illusion“, weitere Millionen Menschen würden „in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aus den unterschiedlichsten Gründen und Regionen nach Europa kommen“. Statt Abschottung gegenüber den Flüchtlingen komme es zentral auf einen – wenn auch schwierigen und mit Enttäuschungen verbundenen – Integrationsprozess als Großaufgabe der Gesellschaft an.

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