Ausgabe Juli 2017

Chinas Panda-Diplomatie

Seit Ende Juni ist Berlin im Ausnahmezustand: Meng Meng und Jiao Qing sind endlich da, die beiden Großen Pandabären mit den schwarzen Knopfaugen. Ausgeliehen aus China, dem einzigen Herkunftsland dieser seltenen Tierart. Offiziell begrüßt werden sollten beide Anfang Juli von Frau Merkel, der mächtigsten Frau Europas, und Herrn Xi, dem neuen Kaiser von China. Allein das verdeutlicht die weltpolitische Dimension der gesamten Aktion. Nach jahrelangen Verhandlungen ist Deutschland zurück auf einer illustren Weltkarte, der Weltkarte der chinesischen Panda-Diplomatie.

Das Land der Mitte kann sich dabei als generöser Gönner inszenieren, der seine Nationalheiligtümer großzügig an ausgewählte Zoos verleiht. 15 Jahre werden die weichen Riesen nun in Berlin leben, der offizielle Auftrag an beide: Seid fruchtbar und mehret euch. Das allerdings ist schwierig, denn der Panda verbringt seine Tage meist mit Bambusfressen, Schlafen und Müßiggang. Sex hingegen kommt selten vor; die Weibchen sind nur wenige Tage im Jahr fruchtbar; Geburten überaus selten. Wenn es aber tatsächlich klappen sollte, freuen sich alle: Die Zoos können sich vor Besuchern kaum retten und in Peking klingelt die Kasse.

Sie haben etwa 32% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 68% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.