Ausgabe Dezember 2017

Von Donald Trump bis Xi Jinping: Der neue Kampf innerhalb der Kulturen

Bild: Public Domain

Zwei Persönlichkeiten prägten in besonderer Weise dieses ganz besondere Jahr 2017: am Anfang Donald Trump, am Ende Xi Jinping. Wir scheinen Zeugen des Entstehens einer neuen geopolitischen Formation zu sein: Während die USA unter Donald Trump internationalen Führungs- und Gestaltungsansprüchen weitgehend eine Absage erteilen, steht auf der anderen Seite der Aufstieg eines selbstbewusst agierenden autoritären „Sozialismus chinesischer Prägung“. Auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) 2017 wurde nicht nur Staatspräsident Xi Jinping formell auf eine Stufe mit Mao gestellt und sein „Gedankengut“ in der Parteiverfassung verankert; Xi selbst formulierte nachdrücklich den Anspruch Chinas, bis zur Mitte des Jahrhunderts eine globale Führungsrolle einzunehmen.

Sind wir damit auch Zeugen einer neuen geokulturellen Entwicklung? Und wie sollte sich Europa in diesem neuen Spannungsfeld positionieren?

Zur Zeit des alten Ost-West-Konflikts, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende des sowjetischen Imperiums, hätten schon allein diese Fragen keinen Sinn ergeben. Europa war in jeder Hinsicht – also geopolitisch, geoökonomisch und geokulturell – im Zentrum eines Weltkonflikts positioniert und extrem exponiert: zweigeteilt auf beide Lager und ohne nennenswerte Grauzone.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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