Ausgabe Dezember 2017

Von Donald Trump bis Xi Jinping: Der neue Kampf innerhalb der Kulturen

Bild: Public Domain

Zwei Persönlichkeiten prägten in besonderer Weise dieses ganz besondere Jahr 2017: am Anfang Donald Trump, am Ende Xi Jinping. Wir scheinen Zeugen des Entstehens einer neuen geopolitischen Formation zu sein: Während die USA unter Donald Trump internationalen Führungs- und Gestaltungsansprüchen weitgehend eine Absage erteilen, steht auf der anderen Seite der Aufstieg eines selbstbewusst agierenden autoritären „Sozialismus chinesischer Prägung“. Auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) 2017 wurde nicht nur Staatspräsident Xi Jinping formell auf eine Stufe mit Mao gestellt und sein „Gedankengut“ in der Parteiverfassung verankert; Xi selbst formulierte nachdrücklich den Anspruch Chinas, bis zur Mitte des Jahrhunderts eine globale Führungsrolle einzunehmen.

Sind wir damit auch Zeugen einer neuen geokulturellen Entwicklung? Und wie sollte sich Europa in diesem neuen Spannungsfeld positionieren?

Zur Zeit des alten Ost-West-Konflikts, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende des sowjetischen Imperiums, hätten schon allein diese Fragen keinen Sinn ergeben. Europa war in jeder Hinsicht – also geopolitisch, geoökonomisch und geokulturell – im Zentrum eines Weltkonflikts positioniert und extrem exponiert: zweigeteilt auf beide Lager und ohne nennenswerte Grauzone.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Uganda vor dem Putsch des Löwen?

von Johanna-Marie Lange

Es war kurz nach Mitternacht Ende Juni, als Soldaten das Gebäude der Nation Media Group in Ugandas Hauptstadt Kampala stürmten und den wichtigsten unabhängigen Fernsehkanal NTV abschalteten. Auch die älteste und größte unabhängige Tageszeitung »Daily Monitor« wurde geschlossen.

Kuba am Abgrund: Wo bleibt die EU?

von Sandra Weiss

Als 1989 die Berliner Mauer fiel, sich kurz danach die Sowjetunion auflöste und langjährige kommunistische Verbündete wie Vietnam und China einen wirtschaftlichen Reformprozess starteten, schien auch auf Kuba der Moment des Umbruchs gekommen.