Ausgabe Juni 2018

Tribut für China: Die neue eurasische Weltordnung

Erst die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem, dann die Ausrufung des Handelskrieges gegen China und – wenn auch mit Aufschub – gegen Europa und schließlich die Aufkündigung des Iran-Abkommens: Es vergeht kein Tag, an dem der US-Präsident Donald Trump die Welt – und vor allem den europäischen Teil des Westens – nicht mit seinen scheinbar völlig unkalkulierbaren Handlungen in Panik stürzt.

Allerdings sollten wir es uns als „gesittete Europäer“ keineswegs zu einfach machen. Trump mag zwar ungebildet und unzivilisiert sein, aber keineswegs blöd und er hat zumindest verstanden, was ihm seine Berater als Kernbotschaft vermittelt haben: Die USA stehen heute vor dem klassischen Dilemma zwischen dem Positionsverlust als führende Wirtschaftsmacht und dem Statusverlust als liberale Ordnungsmacht. Wollen sie ihren Status behaupten und weiter die Fahne des großzügigen Liberalismus global hochhalten, verlieren sie ihre Position als Wirtschaftsmacht. Dann erwirtschaften sie, gemessen am Aufwand, immer weniger jener Ressourcen, die eigentlich notwendig sind, um ebendiesen Status zu bewahren.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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