Ausgabe August 2018

Rettet die Städte!

Seit einigen Jahren sehen sich Städte weltweit mit einer zunehmend globalen und aggressiven Spekulation konfrontiert. Sie geht von Spekulanten aus, die Wohnungen als profitable Aktivposten begreifen – und nicht als ein Heim für die Menschen, die wir als Bürgermeister von London und Barcelona vertreten.

Vielfach treffen die Spekulanten ihre Entscheidungen aus tausenden Kilometern Entfernung. Doch für uns sind ihre Auswirkungen auf das Leben und die Seele unserer Städte sehr nahe. Unsere Zentren drohen zu veröden, da pulsierende Gemeinschaften verdrängt werden, kleine Geschäfte schließen und die Kosten für Wohnraum maßlos steigen.

Unsere Nachbarschaftsgruppen und Lokalregierungen – die der örtlichen Bevölkerung am nächsten stehen und ihre Alltagsprobleme am besten kennen – haben oft als erste vor den Risiken dieser Praktiken für das Überleben unserer Städte gewarnt. Damit Stadtpolitiker diesem Problem begegnen können, brauchen sie dringend mehr Ressourcen und Befugnisse. Nur so können sie ihren Bestand an sozialem, bezahlbarem Wohnraum steigern und Mieterrechte stärken. Denn Städte sind nicht bloß eine Ansammlung von Gebäuden, Straßen und Plätzen. Sie sind auch die Summe ihrer Bürger. Diese sind es, die soziale Bindungen schaffen, Gemeinschaften aufbauen und die Orte entwickeln, auf die wir so stolz sind.

Sie haben etwa 40% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 60% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fossilistischer Kolonialismus

von Friederike Otto

Die Erderhitzung vernichtet schon heute weltweit die Lebensgrundlagen vieler Menschen – allen voran jener, die ohnehin benachteiligt sind. Wir müssen die Klimakrise auch als Gerechtigkeitskrise begreifen – und die ihr zugrundeliegenden Machtstrukturen transformieren.

Globales Elend und die Diktatur der Superreichen

von Ute Scheub

Sie düsen in Privatjets um die Welt, um Immobilien und Konzernketten an sich zu reißen. Sie kaufen ganze Landschaften und Inseln, um sich dort im größten Luxus abzukapseln. Sie übernehmen Massenmedien, um sich selbst zu verherrlichen und gegen Arme und Geflüchtete zu hetzen.