Ausgabe Januar 2019

Grundeinkommen: Kohle für alle

Die CO2-Emissionen haben einen neuen Rekordwert erreicht, teilte jüngst das UN-Umweltprogramm mit. Das ist das glatte Gegenteil dessen, was bei der Pariser Klimakonferenz angestrebt wurde. Deutschland ist dabei mittenmang. Weder beim Verkehr noch in der Energieerzeugung wird die Bundesrepublik ihre Verpflichtung für das große Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, mit den bisherigen Maßnahmen einhalten können. Und die Kohlekommission, die den Ausstieg aus der besonders verschmutzenden Braunkohle vorbereiten soll, hat sich ohne Einigung vertagt. Denn die Kohleländer fordern mal eben so etliche Dutzend Milliarden Euro zur Kompensation. Die große Koalition hat aber für diese Legislaturperiode eher 1,5 Mrd. Euro an Zuschüssen veranschlagt. Und das mit Grund.

Denn die Beschäftigungszahlen, um die es hier geht, sind höchst überschaubar. In der direkten Braunkohleförderung geht es um gut 20 000 Jobs, in den mit Braunkohle arbeitenden Kraftwerken kommen noch etwa 5 000 dazu, großzügig geschätzt. Ein nicht geringer Anteil der Beschäftigten ist über 50 Jahre alt, denn der Niedergang der Branche besteht seit Jahren. Eine Arbeit dort war für den Nachwuchs nur wenig attraktiv. Und wegen 25 000 Arbeitsplätzen von vorwiegend älteren Mitbürgern setzt ein wohlhabendes Land von über 80 Mio.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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