Ausgabe Dezember 2019

Neoliberal und ökologisch?

Bild: Nico / Unsplash

Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise sind dringend Maßnahmen geboten, die tiefe Eingriffe in Märkte und Preise erfordern – darin ist sich eine überwältigende Mehrheit der Klimawissenschaftler*innen einig. Doch bislang kann davon keine Rede sein. Der Politikwissenschaftler Dieter Plehwe macht dafür die Dominanz neoliberaler Ökonomen verantwortlich, die mit der Energie-Lobby staatliche Eingriffe verhindern.

Die Klimapolitik ist in einer kritischen, um nicht zu sagen: in ihrer entscheidenden Phase angelangt. Getrieben von den bereits erfahrbaren Konsequenzen des Klimawandels, von Forschungserkenntnissen, die leider immer häufiger den negativsten Prognosen recht geben, sowie nicht zuletzt von der von Greta Thunberg angestoßenen Jugendbewegung Fridays for Future rückt das klimapolitische Versagen der großen Koalition ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Statt auf zwingende staatliche Vorgaben und Investitionen setzt diese vorwiegend auf vermeintlich marktkonforme und sozial verantwortliche Anreize. Das Problem der schieren Vielzahl von Maßnahmen in einem sehr unübersichtlichen „Paket“ wird nur ein bisschen durch das vereinbarte Monitoring auf Sektorenebene gemildert, mit dem wenigstens ein Hauch von Verbindlichkeit der erklärten Politik angezeigt wird.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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