Ausgabe August 2021

Staatskrise mit Ansage

Die US-Republikaner vor der autokratischen Wende

Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, während einer Pressekonferenz im US-Kapitol in Washington DC, 22. Juni 2021 (IMAGO / MediaPunch)

Bild: Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, während einer Pressekonferenz im US-Kapitol in Washington DC, 22. Juni 2021 (IMAGO / MediaPunch)

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von Joe Biden scheint es vielen, als seien die USA auf dem Weg zurück zur Normalität. Fast könnten das seriöse Auftreten der neuen Regierung, ihre Rückkehr zur multilateralen Kooperation und ihre zupackende Krisenpolitik während der Pandemie die vier turbulenten Jahre unter Donald Trump vergessen machen. Doch dieser Eindruck täuscht – und das liegt vor allem an der Republikanischen Partei, die sich zunehmend vom Geist und den Verfahren der repräsentativen Demokratie abwendet.

Daran haben auch der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar und die offensichtliche Zusammenarbeit von Trump-Anhängern mit militanten Rechtsextremisten wie den „Proud Boys“ oder „Oath Keepers“ nichts geändert. Im Gegenteil: Trumps Zugriff auf Basis und Establishment der Partei ist ungebrochen; es gibt kaum innerparteiliche Dissidenten gegen seine „große Lüge“ der angeblich gestohlenen Wahl. Dementsprechend verweigern die meisten Republikaner den parlamentarischen Untersuchungskommissionen zum 6. Januar ebenso ihre Zustimmung wie dem Schutz des Wahlrechts von Minderheiten.

August 2021

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Vom Proletariat zum Pöbel: Das neue reaktionäre Subjekt

von Micha Brumlik

Gewiss, es waren keineswegs nur Mitglieder der US-amerikanischen weißen Arbeiterklasse, die Donald Trump an die Macht gebracht haben. Und doch waren es auch und nicht zuletzt eben jene Arbeiter und Arbeitslosen – und genau hier liegt das eigentliche Erschrecken für die Linke.