Ausgabe Oktober 2021

Männerrechte oder rechte Männer?

Wie die Maskulinisten um Einfluss kämpfen

Sie mobilisieren gegen Frauenquote, Abtreibung und „Gender-Wahn“ – die Antifeministen der sogenannten Männerrechtsbewegung. Als Reflex auf Feminismus und frauenpolitische Maßnahmen ist diese „Bewegung“ im vergangenen Jahrzehnt auch im deutschsprachigen Raum deutlich sichtbarer geworden. Ihr erklärtes Ziel besteht darin, geschlechtsspezifische Privilegien der Männer zu erhalten oder wiederherzustellen. Dabei fantasieren sie von der „Machtergreifung der Frau“, verbreiten Verschwörungsmythen über einen angeblichen „Umerziehungsstaat”, der einseitig Frauen fördere und bevorzuge, und beklagen die „systematische Täuschung durch die politische Kaste“.[1] Nach dieser Interpretation ist die Gleichstellung der Geschlechter längst erreicht, benachteiligt seien inzwischen vielmehr Männer und Jungen. Im Mittelpunkt der antifeministischen Kampagnen dieser Akteure steht das Reizwort Gender.[2] Darunter wird alles subsumiert, was den Männerrechtlern – dieser Text verwendet bewusst das generische Maskulinum, obwohl auch einzelne Frauen solche Positionen vertreten – in der Geschlechterpolitik missfällt, auch wenn die Einzelthemen oft wenig miteinander zu tun haben.

Oktober 2021

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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