Ausgabe August 2022

Eine Welt ohne billige Energie

Reprodukt Verlag

Bild: Reprodukt Verlag

Während wir noch schwitzen im zigsten „heißesten Sommer“ hintereinander und uns auch in Europa auf immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse einstellen müssen, tritt die Klimakrise derzeit deutlich in den Hintergrund – gerade mit Blick auf den kommenden Winter. Im politischen Diskurs erscheint die anstehende Energieknappheit angesichts der möglicherweise bald völlig ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland unmittelbar wichtiger. Droht nun ein gesellschaftlicher Konflikt darüber, ob das knappe Gas für warme Wohnungen oder die laufende Produktion fließen soll?

Nicht nur die Politik ist offenkundig auf diese Situation schlecht vorbereitet: Ein Mangel an der doch so selbstverständlich verfügbaren Energie ist schlicht nicht vorgesehen. Wer angesichts dessen den Comic „Welt ohne Ende“ in die Hand nimmt, um etwas darüber zu erfahren, wie der menschengemachte Klimawandel bekämpft werden kann, wird am Ende nicht enttäuscht. Zunächst geht es allerdings – und das macht den Band noch aktueller – auf über einhundert Seiten um Energie. Der durch seinen Insider-Comic über das französische Außenministerium („Quai d’Orsay“) auch in Deutschland bekanntgewordene Zeichner Christophe Blain und sein Co-Autor Jean-Marc Jancovici verschonen uns dabei nicht vor so mancher bitteren Pille. So meint das „Energiewunder“ des Untertitels die Nutzbarmachung der fossilen Energien im Zuge der industriellen Revolution.

August 2022

Sie haben etwa 16% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 84% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.