Ausgabe November 2022

Der Weg zum Wandel

VSA: Verlag

Bild: VSA: Verlag

Eines der größten Rätsel linker Politik ist, warum die Richtung nötiger Veränderungen breit akzeptiert wird, aber sich praktisch dennoch so wenig tut. Warum handeln so wenige entsprechend ihren richtigen Einsichten in die Notwendigkeit eines grundlegenden sozialen und ökologischen Wandels? Diesem Rätsel widmet sich Dieter Klein in seinem neuen Buch „Regulation in einer solidarischen Gesellschaft“.

Klein, Jahrgang 1931, war stets ein entschlossen Handelnder und ist es bis heute geblieben. An der Berliner Humboldt-Universität kämpfte er in der letzten Dekade der DDR als Prorektor für Gesellschaftswissenschaften für eine Humanisierung und Demokratisierung des Staates. Er handelte aber auch mittels wissenschaftlicher Interventionen: Sein Buch über den potenziell „friedensfähigen Kapitalismus“ von 1988 verteidigte die Strategie einer systemübergreifenden Friedenspolitik gegen dogmatische Kommunisten. Nach dem „östlichen Scheitern“ lenkte er dann 1991 den Blick auf ungenutzte Evolutionspotenziale des Westens. Dieser Blick auf die Lage „Zwischen den Zeiten“ lässt sich auch als Versuch deuten, sich selbst wie anderen anhaltend Suchenden eine Orientierungshilfe in unübersichtlichem Gelände zu geben.

»Blätter«-Ausgabe 11/2022

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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